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Matura

Es sind nicht nur bloße Klausuren - für viele junge Menschen ist es ein Übergangsritus auf dem Weg ins Erwachsenenalter, um den sich viele Mythen und Geschichten ranken: Die Matura - amtlich auch „Reifeprüfung“ genannt - dürfte den meisten Österreicherinnen und Österreichern von Begriff sein. Damit werden die abschließenden Prüfungen für Schüler der Sekundarstufe bezeichnet, die in weiterer Folge mit dem erlangten Maturazeugnis an einer Universität studieren dürfen. Wie bei so manchen Dingen entspricht der Mythos jedoch nicht unbedingt der wahren Natur der Dinge.

 

Allen Schülerinnen und Schülern der AHS (Allgemeinbildende höhere Schule) dürfte, wenn nicht sogar früher, spätestens ab Beginn der fünften Klasse (dem Beginn der Oberstufe, in welcher Schritt für Schritt der Stoff der Matura erlernt wird) dieses sagenumwobene Ungeheuer allmählich schlaflose Nächte bereiten. Besonders die schriftliche Mathematikprüfung sorgt unter angehenden Maturanten oftmals für Panik und Bange. Dennoch wird dieses Ungeheuer Jahr um Jahr von vielen tausenden 17 und 18-jährigen bezwungen, sodass die große Furcht für die meisten unbegründet bleibt.

 

Bei der Matura wird zwischen 3 Säulen unterschieden: dem schriftlichen Teil, dem mündlichen Teil und der sogenannten vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA). 

 

Die VWA ist eine rund 40.000 Zeichen umfassende Arbeit über ein beliebiges Thema. Sie steht bereits ab Februar des vorletzten Schuljahres im Fokus, denn zu diesem Zeitpunkt müssen die Themen eingereicht werden, welche bis Ende April desselben Jahres vom Landes- bzw. Stadtschulrat des jeweiligen Bundeslandes bestätigt werden. Sind die gewünschten Themen akzeptiert, so werden die Schülerinnen und Schüler ermutigt sich langsam an die Recherche zu machen um die vollständige Arbeit im Februar des nächsten (und letzten) Schuljahres einreichen zu können.

 

Maturanten haben für die zweite und dritte Säule die Wahl zwischen drei schriftlichen und drei mündlichen oder vier schriftlichen und zwei mündlichen Prüfungen. Mathematik, Deutsch und eine lebende Fremdsprache sind für jede Schülerin und jeden Schüler verpflichtend. Optional kann eine weitere lebende Fremdsprache, Latein oder Altgriechisch als vierte schriftliche Prüfung geschrieben werden.

 

Für die zweite Säule kann jedes beliebige Fach gewählt werden, die der jeweilige Schüler oder die jeweilige Schülerin in einem bestimmten Stundenausmaß absolviert hat. Die mündlichen Prüfungen finden zeitnah zur Verteidigung der VWA im März statt.

 

Die dritte und letzte Säule folgt im Mai: die Prüfungstermine sind für jeden Maturanten desselben Jahrgangs zeitgleich und die Themen werden für jedes schriftliche Fach zentral festgelegt um bundesweit einheitliche Prüfungen zu garantieren. Diese Phase bereitet Schülern üblicherweise die meisten Sorgen, jedoch ist nach der letzten schriftlichen Prüfung erst einmal Verschnaufpause und bis zur Zeugnisvergabe im Juni nur noch Geduld gefragt.

 

Die Matura ist in Österreich ein jährliches Medienereignis - jedes Jahr aufs Neue schreiben Zeitungen über die anscheinend immer schlechter werdenden Ergebnisse und Jugendliche teilen in sozialen Netzwerken Insider Witze über die vorgegebenen Prüfungsthemen in Form von Memes. So hat man, falls es mit den Prüfungen doch nicht geklappt hat, trotzdem etwas zu lachen bevor es zum nächsten Maturatermin noch einmal losgeht.

 

Autor: Zarko Pejic